Industriekaufleute sind in Industrieunternehmen verschiedenster Branchen tätig. Sie übernehmen Aufgaben in den kaufmännischen Kernfunktionen wie z. B. Marketing und Vertrieb, Logistik, Leistungsabrechnung oder Personal. Als Allrounder sind ihre Tätigkeiten dabei sehr vielfältig und umfassen beispielsweise die Erfassung von Kundenaufträgen, die Kalkulation von Angeboten und Preisen, das Führen von Vertragsverhandlungen und Kundengesprächen, die Organisation von Arbeitsabläufen und Beschaffungsprozessen oder die Planung von Werbemaßnahmen. Industriekaufleute arbeiten in hohem Maß team-, projekt- und prozessorientiert. Dies spiegelt sich auch in der Organisation des Berufsschulunterrichts wieder, wo gruppenorientierte Arbeitsphasen, Projektunterricht und das Denken in Gesamtprozessen zum Alltag gehören.
An unserer Schule erlernen angehende Industriekaufleute in mehreren Modulen den Umgang mit einer modernen ERP-Software am Beispiel SAP. Durch eine Kooperation mit der Staatlichen Berufsschule 1 in Passau erhalten Industriekaufleute im 2. Ausbildungsjahr künftig die Möglichkeit sich im Bereich Fertigungsplanung und -steuerung mit den Prozessen einer zunehmend automatisierten Fertigung (Industrie 4.0) vertraut zu machen und wichtiges Prozesswissen an der Schnittstelle zwischen kaufmännischem und technischen Bereich zu erwerben.
Aufgrund von globalisierten Lieferketten und Vertriebswegen erweitert sich das Aufgabengebiet von Industriekaufleuten zudem immer mehr um für den Import und Export von Waren und Dienstleistungen notwendige internationale Kompetenzen. Lesen Sie hierzu auch unsere Seite zur Ausbildungsrichtung „Industriekaufleute mit Schwerpunkt Englisch“.
Ausbildungsdauer: Die Ausbildung dauert grundsätzlich 3 Jahre. Eine Verkürzung auf 2,5 Jahre ist bei entsprechender Vorbildung und Leistungsfähigkeit der Auszubildenden im Einvernehmen mit dem Ausbildungsbetrieb möglich. Von einer Verkürzung auf 2 Jahre ist aus schulischer Sicht und im Hinblick auf die Abschlussprüfung abzuraten.
Neuordnung des Ausbildungsberufs „Industriekaufmann /Industriekauffrau“ zum 01. August 2024
Ab dem Schuljahr 2024/2025 erfolgt stufenweise die Einführung des neuen Lehrplans für Industrie-kaufleute. Die Zeugnisnoten werden von nun an nicht mehr nach Fächern ausgewiesen, sondern für jedes der 13 Lernfelder wird eine gesonderte Note gebildet. Somit erscheinen auch die Noten der Lernfelder der 10. und 11. Klasse im Abschlusszeugnis der Berufsschule. Die allgemeinbildenden Unterrichtsfächer bleiben bestehen.
Die Einschulung findet auch bei Lehrzeitverkürzung in der 10. Jahrgangsstufe statt.
Ausbildungsberuf
Industriekaufmann/-frau
Unterrichtsform
Blockunterricht
13 Wochen
13 Wochen
9 Wochen
Fach
10. Jgst.
11. Jgst.
12. Jgst.
Allgemeinbildender Unterricht
Religionslehre
3
3
3
Deutsch
3
3
3
Politik und Gesellschaft
3
3
3
Sport
2
2
2
Fachlicher Unterricht
Englisch*
3
3
3
Nr.
Bezeichnung des Lernfeldes
01
Das Unternehmen vorstellen und die eigene Rolle mitgestalten
3
02
Projekte planen und durchführen
2
03
Kundenaufträge bearbeiten und überwachen
5
04
Beschaffungsprozesse planen und steuern
3
05
Wertströme buchhalterisch dokumentieren und auswerten
6
06
Leistungserstellung planen, steuern und kontrollieren
6
07
Logistik- und Lagerprozesse koordinieren, umsetzen und überwachen
3
08
Kosten- und Leistungsrechnung zur Vorbereitung unternehmerischer Entscheidungen durchführen
6
09
Marketingkonzepte planen und umsetzen
6
10
Jahresabschluss vorbereiten, auswerten und für Finanzierungsentscheidungen nutzen
5
11
Geschäftsprozesse an gesamtwirtschaftlichen Rahmen-bedingungen ausrichten
5
12
Personalprozesse planen, steuern und kontrollieren
* Für das Fach Englisch gilt der Lehrplan für die Berufsschule „Englisch für kaufmännische und verwaltende Berufe“.
Im Rahmen eines Plus-Programms (z.B. vertiefter Sprachunterricht beim Berufsspezialisten für fremdsprachige Kommunikation) kann es zu Abweichungen vom Stundentableau kommen.
Die Schüler werden in wöchentlichen Blöcken unterrichtet. Dabei ist zirka jede dritte Schulwoche eine Blockwoche. Die einzelnen Schulwochen können Sie dem jeweiligen Blockplanentnehmen.
Die Städte Freyung, Waldkirchen, die Märkte Röhrnbach, Perlesreut und die Gemeinden Fürsteneck, Grainet, Haidmühle, Hinterschmiding, Hohenau, Jandelsbrunn, Mauth, Neureichenau, Philippsreut und Ringelai aus dem Landkreis Freyung-Grafenau
Für die Sprengelzuordnung ist der Standort des Betriebes entscheidend!
Bestandteile der gestreckten Abschlussprüfung (GAP) gemäß der neuen Verordnung für Industriekaufleute ab 09/2024
Abschlussprüfung Teil 1 (= GAP Teil 1)
Prüfungsbereich
„Leistungserstellung, Logistik, Beschaffung und Buchhaltung“
Dauer
90 Minuten
Gewichtung
25 % der Abschlussnote
Zeitpunkt
Geplant zum Zeitpunkt der bisherigen Zwischenprüfung
(Frühjahr oder Herbst)
Abschlussprüfung Teil 2 (= GAP Teil 2)
Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten aus Teil 1 werden nur insoweit mit einbezogen als es für die Feststellung der beruflichen Handlungsfähigkeit erforderlich ist.
Prüfungsbereich 1
Marketing, Vertrieb, Personalwesen, Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
Dauer
150 Minuten
Gewichtung
35 % der Abschlussnote
Prüfungsbereich 2
Fachaufgabe im Einsatzgebiet (mdl. Prüfung)
a) Dokumentation (3-5 Seiten) à 10%
b) Präsentation (10 min) à 20%
c) Fachgespräch (20 min) à 70%
Dauer
30 Minuten
Gewichtung
30% der Abschlussnote
Prüfungsbereich 3
Wirtschafts- und Sozialkunde
Dauer
60 Minuten
Gewichtung
10% der Abschlussnote
Quelle: IndKflAusbV (12.03.2024)
Bestehensregelung:
Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Prüfungsleistungen wie folgt bewertet worden sind:
1. Im Gesamtergebnis von Teil 1 und Teil 2 mindestens „ausreichend“
2. Im Ergebnis von Teil 2 der Abschlussprüfung mindestens „ausreichend“
3. In mindestens zwei Prüfungsbereichen von Teil 2 mit mindestens „ausreichend“
4. In keinem Prüfungsbereich von Teil 2 mit „ungenügend“.